Herbst25.09.2018 • Am 1. September hat für Meteorologen der Herbst begonnen, am 23. September beginnt er auch kalendarisch. Die Vorboten der herbstlichen Jahreszeit bergen gerade für Autofahrer viele Gefahren.
Nasse, mit Laub bedeckte Straßen, morgendlicher Raureif und Nebel führen Jahr für Jahr zu schweren Unfällen.

Auch Unfälle in Zusammenhang mit Wildtieren häufen sich. In diesem Ratgeber finden Sie einige Tipps, die Ihnen den Start in den Herbst erleichtern.

Wenn die Temperaturen sinken, haben Sie durch Winterreifen einen erheblichen Haftungsvorteil auf nassen und mit Raureif bedeckten Straßen.
Sind die Winterreifen einsatzbereit?
Liegen die Durchschnittstemperaturen tagsüber unter 7°C, ist es höchste Zeit auf Winterreifen umzusteigen.  Die am 4. Dezember 2010 in Kraft getreteneMs Straßenverkehrsordnung regelt, dass Fahrzeuge bei Schnee, Eis und Matsch mit Winterreifen auszurüsten sind. Bei Verstößen gegen die Winterreifenpflicht zahlt der Fahrzeughalter ein Bußgeld. Ein weiteres Bußgeld zahlt der Fahrer, wenn Halter und Fahrer nicht identisch sind. Die Regelung gilt seit letztem Winter, dennoch haben drei Viertel der Autofahrer (73 Prozent) davon noch nie etwas gehört, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von reifen.com.

Das dreigezackte Bergpiktogramm mit der Schneeflocke in der Mitte ist Pflicht für alle Winterreifen, die seit dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden. Das bisherige M+S-Zeichen reicht dann für neu produzierte Winterreifen nicht mehr aus. Übergangsweise (bis zum 30. September 2024) erfüllen jedoch bereits hergestellte Reifen mit M+S-Kennzeichnung noch die Winterreifenpflicht. Das heißt, Verbraucher müssen ihre bereits vorhandenen Winterreifen nicht sofort ersetzen.

Das A und O in der dunklen Jahreszeit ist es, gut gesehen zu werden.
Auch für Fußgänger und Radfahrer ist dies jetzt besonders wichtig! Mit dunkler Kleidung bei grauem Wetter werden Sie häufig erst sehr spät gesehen.

Um Ihre Sicherheit zu erhöhen, tragen Sie helle Kleidung bzw. Kleidung mit reflektierenden Abschnitten. Eine Warnweste, wie es sie in jedem Fahrradhandel oder an jeder Tankstelle zu kaufen gibt, verringert das Risiko des Übersehen-Werdens enorm. Wie auch bei den Autofahrern gilt: Beim Fahrrad ist rechtzeitig das Licht einzuschalten. Sollten Sie bei schlechter Sicht oder im Dunkeln ohne Licht angetroffen werden, kann es Sie 20 Euro Bußgeld (bei Unfall u. Sachbeschädigung 35 €) kosten.

Zum Herbst gehören auch beschlagene oder vom Frühreif vereiste Fensterscheiben.
Um selbst gut zu sehen und sich das Autofahrerleben zu erleichtern, sollte man sie vor Fahrtantritt vollständig freikratzen. Kleine "Gucklöcher" sind ein Sicherheitsrisiko und sorgen für einen großen "toten Winkel"; besonders in Kurven. Um wirklich gut gesehen zu werden und zu sehen, muss auch Hand an die Scheinwerfergläser gelegt werden. Regelmäßig gereinigt, ist man mit ihnen auf der sicheren Seite.

Langsam und vorausschauend fahren

Grundsätzlich gilt vor allem im Herbst: langsam und vorausschauend fahren. Auch wenn man es nicht für erforderlich hält, sollte frühzeitig das Abblendlicht eingeschaltet werden. Auch tagsüber ist es bei schlechter Sicht ratsam, mit Licht zu fahren. Die Regel: "Licht an immer dann, wenn es die Sichtverhältnisse erfordern", sollte ernst genommen werden, denn im Falle eines Unfalls trägt der Unbeleuchtete eine Mitschuld, und die Kfz-Haftpflichtversicherung des Gegners übernimmt wegen mangelnder Beleuchtung nur einen Teil der Kosten.

Bei schlechten Sichtbedingungen und glatten Straßen gilt generell: Passen Sie Ihre Fahrweise an das Wetter an. Denken Sie an längere Bremswege und an den plötzlich aus dem Nebel auftauchenden Vorausfahrenden.

Halten Sie mehr Abstand zu Ihrem Vordermann.
Der ADAC empfiehlt bei 100 Metern freie Sicht eine Geschwindigkeit von ca. 80 km/h, bei 150 Metern etwa 100 km/h. Orientieren können Sie sich an den Leitpfosten entlang der Fahrbahn. Diese sind im 50-Meter-Abstand aufgestellt. Können Sie nur einen Pfosten erkennen, sollten Sie nicht schneller als 50 km/h fahren.
Schalten Sie bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h und/oder dichtem Nebel die Nebelschlussleuchte Ihres Fahrzeugs ein.
Schalten Sie auch am Tag das Abblendlicht Ihres Fahrzeugs an. Die in modernen Autos integrierten Sensoren erkennen schwierige Lichtverhältnisse häufig nicht. Der ExternADAC rät daher, bei Nebel und Frühnebel das Licht manuell anzuschalten.So können sie andere Verkehrsteilnehmer früher erkennen.

Im Herbst müssen Sie, bedingt durch die Brunftzeit, verstärkt mit Wildwechsel rechnen.

Gerade in WildunfallWaldgebieten und in Senken kreuzen Tiere die Fahrbahn. Entsprechende Hinweisschilder („Achtung Wildwechsel") warnen Sie frühzeitig. Denken Sie auch daran, dass nach einem ersten Wildwechsel weitere Tiere folgen können.

Wenn Sie ein Tier noch rechtzeitig erkennen können, verringern Sie Ihre Geschwindigkeit und hupen Sie gegebenenfalls.

Können Sie einem Tier nicht mehr ausweichen, „verreißen" Sie nicht das Lenkrad nach links oder rechts. Bremsen und fahren Sie geradeaus weiter.

Haben Sie ein Tier angefahren, sichern Sie unbedingt die Unfallstelle mit Hilfe der Warnblinkanlage und des Warndreiecks ab. Ziehen Sie das Tier an den Fahrbahnrand. Verwenden Sie dazu in jedem Fall Handschuhe! Informieren Sie unbedingt die Polizei über den Unfall. Diese informiert dann den zuständigen Jäger bzw. das zuständige Forstamt. Es ist nicht erlaubt, das Tier mitzunehmen!

 (Bußgeldkatalog 2016)