Tankfahrzeug

Die Feuerwehr hat in nahezu allen Aufgabengebieten mit Gefahrstoffen zu tun!

 

Nach mehr als 40 Jahren löst das „Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals" (GHS) das bisherige europäische System für die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien ab.

Die bekannten, quadratischen Gefahrensymbole in orangener Farbe (zum Beispiel: Andreaskreuz, Flamme oder Totenkopf) auf den Verpackungen chemischer Produkte wurden ab 2010 durch die Umsetzung das Global Harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien durch Neue ersetzt.

Gefahrensybolik Alt EU Neu GHS 722

Zusätzlich zu den neuen Gefahrensymbolen, werden jetzt auch zwei zusätzliche Signalworte („Gefahr" und „Achtung") eingeführt. Die neuen Gefahrensymbole sind weltweit gültig. Schwarze Piktogramme auf rotumrandeten weißen Rhomben warnen seit Dezember 2008 auf den Verpackungen von Haushaltsreinigern, Farben, Lacken und Lösungsmitteln. Die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen trat am 20.1.2009 in Kraft. Einzelstoffe müssen ab dem 1.12.2010 verbindlich nach den neuen Regeln gekennzeichnet werden. Stoffgemische, zum Beispiel Lacke, Farben oder Haushaltsreiniger, müssen spätestens ab dem 1.06.2015 mit den neuen Symbolen versehen werden.

Grundsätzlich unterscheidet man in diesem Zusammenhang jetzt zwischen den physikalischen Gefahren (davon gibt es 16 Stück), den Gesundheitsgefahren (10 verschiedene) und den Umweltgefahren (2 verschiedene).

Physikalische Gefahren
Beispiele für neue PC-Gefahrenklassen sind „Gase unter Druck", „selbstzersetzliche Stoffe" und „selbsterhitzungsfähige Stoffe". Bei explosiven Eigenschaften, die bisher anhand intrinsischer Stoffeigenschaften (thermische, mechanische Empfindlichkeit) bestimmt wurden, wird jetzt das ursprünglich für den Transport gefährlicher Güter entwickelte Klassifizierungsschema übernommen, das auch auf der Prüfung verpackter Stoffe beruht.

Gesundheitsgefahren
Die in 10 Gefahrenklassen unterteilten Gesundheitsgefahren sind bis auf wenige Ausnahmen neu geschaffen. Während die CMR-Eigenschaften im neuen System den Gefährlichkeitsmerkmalen nach altem System praktisch gleichgestellt sind, gelten für andere Klassen vollkommen neue Kriterien. Führte im bisherigen Recht die Einstufung der chronischen Toxizität zu Xn oder T und dem R48, so führen die neuen Kriterien zu einer Einstufung als „STOT RE" Kategorie 1 und 2. Bei Gefahrenklassen, die nach den Aufnahmewegen oder der Wirkungsart differenziert werden, wird dies mit der Vergabe des entsprechenden H-Satzes angezeigt. So wird die „akute Toxizität" nach Verschlucken, Einatmen oder Berührung mit der Haut und die Gefahrenklasse „STOT SE" (einmalige Exposition) Kategorie 3 nach Reizung der Atemwege oder nach narkotisierender Wirkung unterschieden.

Die GHS-Memocard "Gefahrstoffe kompakt" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) enthält kurze und auch für Nicht-Chemiker verständliche Erläuterungen der neuen GHS-Symbole zur Kennzeichnung von Gefahrstoffen. Hinweise auf Verhaltensmaßregeln bei bestimmten Gefährdungen bieten einen zusätzlichen Nutzen in der Praxis. Durch das Scheckkartenformat und die robuste Ausführung passt die Memocard in jede Tasche - und ist immer schnell zur Hand, wenn sie gebraucht wird.

Gut um es für Feuerwehren zu bestellen.

ExternInformationen

Neue Symbole durch GHS:

Bisher gab es weltweit unterschiedliche Systeme für die Kennzeichnung von chemischen Stoffen und Gemischen. Um eine weltweite Vereinheitlichung zu erreichen wurde das GHS (Globally Harmonized System) entwickelt. In Europa erfolgt die Umsetzung durch EG Verordnungen.

Auf der Seite des ExternVerband der Chemischen Industrie e.V. finden sie weiterführende Informationen sowie die oben gezeigte Gegenüberstellung von alten und neuen Symbolen. Diese Grafik kann dort auch als ExternPDF heruntergeladen werden.