Begrüßen möchte ich hier in unserer Halle in Willmenrod recht herzlich unsere Gäste, die der Einladung zum heutigen Jubiläum „10 Jahre Jugendfeuerwehr Willmenrod“ so zahlreich gefolgt sind. Für die Verbandsgemeinde Westerburg (in Vertretung des Verbandsgemeindebürgermeisters) begrüße ich den
zuständigen Abteilungsleiter
Hr.Günter Seekatz

Für die Kreisjugendfeuerwehr Westerwald (in Vertretung des Kreisjugendfeuerwehrwartes) begrüße ich den Geschäftsführer der Kreisjugendfeuerwehr 
Hr.Dirk Ströder 


des Weiteren begrüße ich den Wehrleiter der Verbandsgemeinde Westerburg 
Hr.Eddi Eulberg 


sowie den Verbandsgemeinde-Sprecher der Jugendfeuerwehren 
Hr.Jörg Günther 


außerdem begrüße ich den ehemaligen Verbandsgemeinde-Jugendfeuerwehrwart 
Hr. Reiner Müller 


von der ev. Kirchengemeinde Willmenrod begrüße ich 
Fr. Pfarrerin Monika Kramer 


von der Ortsgemeinde Willmenrod begrüße ich den 1. Beigeordneten (in Vertretung unseres Bürgermeisters) und gleichzeitig Wehrführer der Ortsgemeinde Willmenrod 
Hr. Harald Ulrich 


des Weiteren begrüße ich den 1. Vorsitzenden des ev. Kirchenchores Willmenrod 
Hr. Ulrich Brandenburger.

Aus terminlichen Gründen bzw. wegen Urlaub haben sich für heute entschuldigt der Verbandsgemeindebürgermeister, Hr. Gerhard Loos, unser Ortsbürgermeister, Hr. Jürgen Hof, der 1. Vorsitzende des Sportvereins Rot-Weiß Willmenrod, Hr. Arno Möller sowie der stellv. Wehrleiter der Verbandsgemeinde Westerburg, Hr. Michael Wisser. Außerdem grüße ich alle anwesenden Personen (sollte ich hier jemanden namentlich vergessen haben, so bitte ich um Nachsicht, die oder derjenige sei hiermit herzlich gegrüßt).

Sieg oder Niederlage, Himmel hoch jauchzend oder zu Tode betrübt, manchmal ein bisschen mehr und manchmal ein bisschen weniger!! 


Unter dieses Mottoliebe Gäste, liebe Kameradinnen und Kameraden möchte ich heute meinen Rückblick auf 10 Jahre Jugendfeuerwehr Willmenrod stellen und die entsprechenden Insider die heute hier sind, sprich die Jugendwarte, Betreuer und Betreuerinnen der jeweiligen Jungendfeuerwehren werden mit Sicherheit hier einiges auch für sich wieder erkennen. 

Das Thema Jugendfeuerwehr war in der Feuerwehr Willmenrod in den 70er und 80er Jahren eigentlich kein Thema. Jedoch in den 90-er Jahren stellte sich auch uns die Frage, was tun um den Bestand der Aktiven zu halten, da damals 5 Aktive Kameraden kurz vor dem erreichen der Aktiven-Altersgrenze von 60 Jahren standen, sodass dieses dann die Stammmannschaft doch stark dezimieren würde. 

So überlegte sich der Vorstand – was können wir tun? Neue Aktive Mitglieder im mittleren Alter zu werben schien eigentlich unmöglich, da wir dieses schon seit Jahren versuchten. Hier hat sich speziell bei uns gezeigt, wenn man nicht schon in jungen Jahren Aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist – dann wird man es nie mehr.

So kam bei uns der Gedanke, wie wäre es denn mit einer Jugendfeuerwehr? Gesagt getan, jedoch dann kamen die Fragen – wie geht das vor sich, was brauchen wir, wer macht es eigentlich? So wurde in einigen Sitzungen die ganze Sache durchleuchtet (wir hatten ja innerhalb der Verbandsgemeinde bereits gut funktionierende Jugendfeuerwehren, sowie einen hervorragenden Verbandsgemeinde-Jugendwart Reiner Müller aus Westerburg, so dass hier doch sehr viel im Vorfeld geklärt werden konnte.

So nahmen sich unsere Kameraden Axel Schmidt und Dieter Pistor der Sache an. Die Werbetrommel wurde gerührt und ein erstes zwangloses Treffen am 25. Februar 1995 für alle Interessierten Mädchen und Jungen angesetzt. Aller Anfang ist schwer, gerade bei einer Sache, die in dieser Form noch nie in unserer Feuerwehr da war, so sahen dass damals wohl auch Axel Schmidt und Dieter Pistor, denn beim stöbern in den Unterlagen fand ich in der damaligen Elterninformation folgenden Zusatz – „Auch wir sind nur Menschen und auch wir bewegen uns auf Neuland“, was die ganze Situation nochmals sehr verdeutlicht. 

Jedoch die Zweifel verflogen schnell, denn der Zuspruch war groß, besser gesagt enorm – insgesamt 21 Jugendliche kamen zum ersten Treffen. Hier wurde dann den Mädchen und Jungs das vorgestellt, was wir in Zukunft vorhatten um eine entsprechende Jugendfeuerwehr zu gründen – denn hier galt es ja etwas auf Dauer ins Leben zu rufen. So gründeten wir nach erfolgreichem Probelauf am 01.November 1995 mit 7 Mädchen und 14 Jungs unter der Leitung des Jugendwartes Axel Schmidt und seinem Stellvertreter Dieter Pistor die offizielle Jugendfeuerwehr Willmenrod.

Am Anfang sprach ich von „Siegen“, - die ließen auch nicht lange auf sich warten, denn damals wurde jedes Jahr ein Tisch-Tennis Turnier mit den Jugendfeuerwehren der Verbandsgemeinde Westerburg ausgerichtet und aufgrund der so genannten Tisch-Tennis Nationen Berzhahn und Willmenrod hießen die Endspiele in den 90-er Jahren fast immer „Berzhahn gegen Willmenrod“. Hier konnten wir dann auch sehr oft den Sieg für uns verbuchen.

In den ersten Jahren trennte sich jedoch die Spreu vom Weizen – was auch nicht anders zu erwarten war, denn alles was neu ist, ist am Anfang auch interessant. So nahm bedauerlicher Weise auch die Zahl der Jugendfeuerwehrmitglieder leider im Laufe der Jahre ab und es blieben die übrig, die sich nach anfänglicher Euphorie dem so genannten Alltagsleben der Jugendfeuerwehr stellten.

Dann kamen große Einschnitte bei der Jugendfeuerwehr. Zum einen wechselten Schlag auf Schlag insgesamt 7 Jugendfeuerwehrmitglieder aufgrund Ihres Alters in die Aktive Abteilung – was natürlich sehr gut und der Sinn und Zweck einer Jugendfeuerwehr ist. Der Nachwuchs in der Jugendfeuerwehr ließ jedoch zu wünschen übrig und leider legte auch unser langjähriger Jugendfeuerwehrwart Axel Schmidt sein Amt zum 01.01.2000 nieder und übergab das Amt des Jugendfeuerwehrwartes in meine Hände.

Im Jahre 2001 durchlebten wir dann eine absolute Durststrecke. Nachdem von den verbliebenen Jugendfeuerwehrmitgliedern einige aufgrund anderer Interessen ihre Mitgliedschaft aufgaben bzw. keine Lust mehr hatten, verblieb eine Stammmannschaft von sage und schreibe 3 Jungen. Hier geriet auch ich zeitweise in Zweifel, ob es weiter Sinn macht die Jugendfeuerwehr aufrecht zu erhalten und eventuell sogar im schlimmsten Falle die Abmeldung vorzunehmen. Jedoch ich gab die Hoffnung nicht auf und verstärkte die Werbemaßnahmen wie z.B. Flugblätter im Wäller-Wochenspiegel sowie gezieltes Ansprechen der aufgrund des Alters in Frage kommenden Mädchen und Jungs und siehe da – ganz langsam wuchs der Mitgliederbestand wieder heran und ich kann heute auf 8 sehr motivierte Mitglieder bauen.

Ich sprach auch von „Niederlagen“, diese spiegelten sich sehr deutlich bei den Tisch-Tennis Turnieren im Jahre 2002 / 2003 wider (ganz im Gegensatz zu den 90-er Jahren), denn wir hatten und haben keinerlei geübte Tisch-Tennisspieler mehr in unseren Reihen. So schieden wir bereits meistens in der Vorrunde aus. Hier kam natürlich keinerlei Begeisterung auf und wir eilten sozusagen von Niederlage zu Niederlage. Gott sei Dank ändern sich auch bei der Jugendfeuerwehr die Sportarten, so sind zurzeit ist Hockey und Baseball angesagt, Sportarten die uns doch „etwas“ besser liegen.

Zum Glück sind die Aktivitäten in der Jugendfeuerwehr vielfältig, so nahmen wir auf Verbandsgemeindeebene Jahr für Jahr an Gemeinschaftsübungen, Zeltlager und Geschicklichkeitsturnieren teil, bei denen wir fast immer eine passable Leistung hinlegten. Der Punkt „Himmel hoch jauchzend“ darf auf keinen Fall vergessen werden, hier möchte ich auf ein Geschicklichkeitsturnier in Berzhahn zurück kommen, wo wir mit einer geschwächten Mannschaft vollkommen unerwartet einen zweiten Platz belegten, worauf wir anschließend mit entsprechend laut schallenden Jubelgesängen den Heimweg nach Willmenrod zurücklegten. 

Auch auf örtlicher Ebene fand im Laufe der Jahre einiges statt. Hier alles aufzuzählen wäre ein endloses Referat, welches ich Euch ersparen möchte. Nur folgende Punkte möchte ich erwähnen: Pro Jahr absolvieren wir ca. 20 Übungen in denen wir sowohl die feuerwehrtechnische Ausbildung als auch Spiele jeglicher Art bestreiten. Eine erfolgreiche Abnahme der Jugendflamme Stufe 1, sowie die Abnahme der Jugendflamme Stufe 2 während des Zeltlagers 2003 in Westerburg liegt hinter uns. Alljährlich beteiligen wir uns am Tag der Umwelt.

Die gelben Wertstoffsäcke werden von der Jugendfeuerwehr alljährlich verteilt. Auch wurden auf Verbandsgemeindeebene von uns Zeltlager, Tisch-Tennis- und Geschicklichkeitsturniere ausgerichtet. Natürlich darf das feiern nicht zu kurz kommen, hierfür richten wir jedes Jahr eine Weihnachts- bzw. Jahresabschlussfeier aus. Die Aufzählung könnte noch endlos fortgesetzt werden.

Aber Ich möchte an dieser Stelle noch mal auf das alle zwei Jahre stattfindende Jugendfeuerwehr-Zeltlager der Verbandsgemeinde Westerburg zurück kommen, denn dieses ist immer ein absolutes Highlight, das meines Erachtens unbedingt beibehalten werden sollte auch wenn es gerade für die Ausrichtenden Jugendfeuerwehren sehr, sehr viel Arbeit bedeutet. Hier investieren wir sprichwörtlich in Spiel, Spaß, Spannung mit allem was dazugehört und ich glaube, dass dieses nicht nur ich bzw. unsere Jugendfeuerwehr so sieht.

Sehr ungern denke ich an den Punkt „zu Tode betrübt“ zurück, hier ging es um die Teilnahme an der Leistungsspange im Jahre 2004. Im Vorfeld wurde geklärt wer will bzw. wer kann eine Gruppe stellen. Da wir zurzeit fast ausschließlich junge Jugendfeuerwehrmitglieder in unseren Reihen haben, konnten wir seitens der Jugendfeuerwehr Willmenrod nur eine Person stellen und es musste eine gemischte Gruppe gebildet werden. Alles lief auch soweit so gut – bis auf den sportlichen Teil insbesondere den 1500 Meter Lauf. Leider verließ uns während der Übungsphase noch ein guter Läufer und irgendwie wollte es dann nicht so recht klappen. Trotzdem reisten wir voller Erwartung nach Dernbach zur Abnahme. Es wurde alles gegeben aber am Ende reichte es nicht. Nun galt es Aufbauarbeit zu leisten - die Truppe, am Boden zerstört !!! Auch wenn es damals nicht geklappt hat, ich bin mir sicher beim nächsten Mal klappt es bestimmt. 

So ist das Leben in und um die Jugendfeuerwehr, mal auf mal ab aber immer spannend und fragt mich dann hin und wieder der ein oder andere, macht´s dann noch Spaß - dann war und ist die Antwort „ja“. Denn es sind oftmals die kleinen, unscheinbaren Dinge die mich und meine Kolleginnen und Kollegen in unserer Arbeit bestätigen. Ich möchte hier nur an ein ganz kleines Erlebnis aus diesem Sommer berichten. Eine meiner jungen Damen aus der Jugendfeuerwehr verletzte sich zu Hause mit einem Messer. 

Da man vor lauter Blut die Tiefe des Einschnittes nicht genau erkennen konnte, legte die Mutter (auch eine Aktive Kameradin) sofort fachmännisch einen Druckverband an und fuhr zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. Als nun die Mutter ins Krankenhaus unterwegs war, sagte die Patientin - du Mama, das hast Du genau richtig gemacht, das sagt uns der Frank auch immer, bei so einer Verletzung unbedingt einen Druckverband anlegen. - Gerade solche kleinen Erlebnisse bestätigen immer wieder meine und unsere Arbeit und dann sag ich auch schon mal im Stillen zu mir – es ist ja eigentlich gar nicht so schlecht was Du so machst!!

Bevor ich meinen Bericht nun schließe gilt es - gerade an einem solchen Tag - Danke zu sagen. Dank an alle die zu dem Erfolg der Jugendfeuerwehr Willmenrod beigetragen haben.

Ich danke dem ehemaligen Vorstand sowie unserem Wehrführer Harald Ulrich die damals die Entscheidung fällten – wir Gründen eine Jugendfeuerwehr. Danke auch an die Verbandsgemeinde, die uns am Anfang die kompletten Uniformen zur Verfügung stellte, sowie dem damaligen Verbandsgemeinde-Jugendfeuerwehrwart Reiner Müller, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand. 

Danke an alle stellv. Jugendwarte und Betreuer seit bestehen der Jugendfeuerwehr, hier gilt mein dank Dieter Pistor, Martin Wengenroth, Christian Weyel und Thomas Kreul. 

Auch sei allen Spendern gedankt, die uns mit kleinen Geld- bzw. Sachspenden unterstützen, sowie einen Dank an Ulli Preis, Barbara Müller und insbesondere an Andrea Preis die immer da sind wenn man sie braucht. 

Einen ganz besonderen Dank möchte ich unserem heutigen 1. Vorsitzenden und damaligen Jugendfeuerwehrwart der ersten Stunde Axel Schmidt aussprechen. Wie man sieht lieber Axel hat es sich gelohnt Jugendwart gewesen zu sein – denn dann hat man auch das Zeug dafür um 1. Vorsitzender zu werden! 

Abschließend wünsche ich uns noch ein paar gemütliche Stunden in kameradschaftlicher Runde.

In diesem Sinne „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ Dankeschön

 

03.Sept. 2005, Frank Jung, sellvertr. Wehrführer u. Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Willmenrod